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Der Naturstoff Kork – vielseitig und nachhaltig
Die außergewöhnlichen Eigenschaften des Naturstoffes Kork wusste man bereits in der Antike zu nutzen – zum Beispiel als Sohlen für Sandalen. Nicht sicher ist, ob es wirklich der Kellermeister Dom Perignon war, der Kork als Verschluss für seine Weinflaschen entdeckte. Wie dem auch sei – heute ist Kork ein Rohstoff für eine Vielzahl von Anwendungen.
Jeder Kubikzentimeter Kork besteht aus 30 bis 42 Millionen Zellen. Da 89 Prozent des Gewebes aus gasförmigem Material besteht, ist die Dichte von Kork extrem gering – sie liegt zwischen 0,12 und 0,20 kg/m³. Das erklärt den großen Unterschied zwischen Volumen und Gewicht. Jede Zelle ist ein 14-seitiges, mit Luft gefülltes Polyeder. Kork besteht fast zur Hälfte aus Suberin, eine Mischung aus Fettsäure und starkem organischen Alkohol, der den Kork flüssigkeits- und gasundurchlässig macht. Weitere Bestandteile sind Lignin, Zellulose, Polysaccharide, Tannine und Wachse.
Die Korkeiche
Als Kork bezeichnet man die Rinde Korkeiche, die vorwiegend in den südwestlichen Mittelmeerländern Spanien, Portugal, Algerien und Marokko vorkommt. Die Korkeiche ist ein immergrünes Hartlaubgewächs. Sie wird zehn bis zwölf Meter hoch bei einem Stammdurchmesser von bis zu einem Meter. Erst im Alter von 20 Jahren kann eine Korkeiche zum ersten Mal geschält werden. Die Rinde wächst dann innerhalb von neun bis elf Jahren wieder nach. Da die Korkeiche kann 250 bis 350 Jahre alt werde, 150 Jahre davon ist sie „produktiv“ und kann geschält werden.
Der Korkwald
Der Korkwald ist – insbesondere in Spanien und Portugal ein natürliches Ökosystem und dient einigen Tierarten wie zum Beispiel dem Pardelluchs, dem spanischen Kaiseradler und der Großtrappe als Lebens- und Rückzugsraum. Außerdem sind die Korkwälder im Südwesten der Iberischen Halbinsel das Überwinterungsgebiet von mehr als 50.000 Kranichen aus ganz Europa.
Die Korkeiche ist kein Plantagenbaum und zeichnet sich durch ihre Widerstandsfähigkeit aus. So überlebt eine Korkeiche beispielsweise Waldbrände – geschützt durch die Kork-Rinde. Doch die Rinde dient auch zum Schutz des Baumes vor Hitze, Austrocknung, Infektionen und Schädlingen. Genau diese Eigenschaften trifft man auch Kork-Produkten wieder. Darüber hinaus ist Kork leicht, schwimmfähig, Wasser abweisend und fast unverrottbar. Die Nutzung für die Produktion von Flaschenkorken, Dämmstoffen, Isoliermaterial und Fußbodenbelägen ist ein Garant für den Erhalt der Korkeichenwälder. Heute werden allein in Portugal und Spanien auf etwa einer Million Hektar Korkeichen abgerindet, die zusammen rund 300.000 Tonnen Kork pro Jahr liefern. Das entspricht drei Viertel der Weltproduktion.



